Alltag ist…Handy schauen

Handy schauen

Ich schaue auf mein Handy. Die Wetter App sagt mir, dass es minus 4 Grad hat. Dichte Wolken über der Temperaturanzeige verdeutlichen den Mangel an Wärme heute noch zusätzlich. Außerdem steht da: Sturm. Stimmt. Jetzt wo ich’s lese. Ich spüre den Wind durch meine Haare wehen und meinen gebeugten Nacken entlang streichen. Es ist so schirch. Es ist so grauslich. Furchtbar. Die App empfiehlt mir passende Artikel zum aktuellen Wetter. Ich tippe auf den Ersten. Wetterbedingte Depression. Durch das viele Grau und die fallenden Temperaturen entwickeln viele Menschen eine Depression. Stimmt. Jetzt wo ich‘s lese. Ich fühle mich eh schon den ganzen Tag so…lustlos. Und Hunger habe ich auch keinen. Hitzewallungen plagen mich. Wo ich so drüber nachdenke, bin ich sogar ein bisschen traurig. Ich habe eine wetterbedingte Depression. Endlich eine Diagnose. Ich poste es sogleich auf Facebook – Wetterbedingte Depression. #scheisswinter, feeling: sad und kränklich. 6 Personen gefällt das. Einer kommentiert. „LOL ich auch“ Eine andere: „du Armer. Get well soon!“ Ein bilinguales Wesen. Ich habe so tolle Freunde. Ich wechsle wieder zur Wetterapp, tippe erneut auf „Related Articles“ und stoße auf einen Erfahrungsbericht zu eingefrorenen Zehen. Durch die Kälte und nasse Socken kann so etwas passieren. Es beginnt zuerst mit einem Kribbeln auf den Fußsohlen. Und irgendwann spürst du dann nichts mehr und der Fuß stirbt langsam ab. Ich versuche mich auf meine Füße zu konzentrieren. Ich bewege sie langsam hin und her. Und spüre sogleich ein Kribbeln. Oje, auch das noch. Ich rufe Google auf und tippe: Depression, gefrorene Zehen, Hitzewallungen, Gegenmaßnahmen. Ich scrolle ein wenig nach unten und stoße auf eine Seite namens: http://www.legdeinhandywegdutrottl.at Ich klicke darauf und es erscheint ein Schriftzug auf meinem Smartphone. „KOPF HEBEN!“ steht da. Ich tue es und staune. Ich stehe am Strand, Meeresluft weht mir durch die Haare, die Sonne strahlt mir ins Gesicht, meine nackten Füße stecken im Sand. Ich habe vor lauter Smartphone völlig vergessen, dass ich ja auf Urlaub bin. (rosa)

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