Alltag ist…Weihnachten

weihnachten

15 Grad. Sonnenschein und ein lauer warmer Wind bläst einem ins Gesicht. Wenn nicht alle Leute so grantig und gestresst wären wüsste man nicht, ob nicht vielleicht doch noch August ist. Gut, das sind sie in Wien eigentlich immer. Vielleicht betrunken? Auch das ist nicht nur in der Weihnachtszeit so. Aber es riecht nach verbrannten Keksen. Und daran erkennt man es dann doch recht deutlich: Heute ist Weihnachten. Die Menschen rasen noch verbissen durch die Einkaufsstraßen. Die eine Hand voll mit Sackerln und Taschen, und in der anderen das Punschheferl. Zum Zurückbringen ist es mittlerweile zu spät, also schenken sie es einfach der Oma. Die wollte ja eh nichts haben. Wie jedes Jahr. Sie bekommt aber trotzdem ihr Verwöhnduschbad und das eben dieses Jahr im Heferl. Hoffentlich vermutet sie keinen Zusammenhang und trinkt den Scheiss. Auch wenn Honig Ribisel draufsteht, ich glaube nicht, dass das auch wirklich drin ist. Und der Opa bekommt eine Krawatte. Diesmal blau mit weißen Schneeflocken. Letztes Jahr war sie rot. Auch mit Schneeflocken. Da tut er mir schon leid, der Opa. Deswegen schenke ich ihm jedes Jahr heimlich hinter dem Rücken aller anderer eine Whiskeyflasche. Da freut er sich immer. Bevor der Rest der Familie eintrifft, ist die dann meistens auch schon wieder leer und Opa und ich sehr lustig drauf. So lässt sich auch dieser grausame Fisch überstehen, den es immer gibt. „Frisch vom Markt“. Ich will nicht wissen, wie der erst schmeckt, wenn er nicht mehr frisch ist. Was gibt’s bei der Familie neues? Die Große studiert noch immer. Kein Mensch weiß eigentlich, was genau. Sie auch nicht. Der „Kleine“ arbeitet schon. Aber was genau…
Nach dem Essen und etlichen Gläsern Sekt und Wein später torkeln Opa und ich den anderen hinterher auf den Balkon. Wir staunen über den tollen Christbaum. Die Kugeln sind etwas unförmig dieses Jahr. Ich betrachte sie genauer. Eigentlich sind es gar keine Kugeln, sondern bunte Eier. Ich blicke ratlos in Richtung meiner Mutter. Die zuckt nur mit den Schultern und meint: „Waren im Angebot. Weihnachten war schon aus“ Und so hängen halt jetzt dieses Jahr bunte Eier am Baum. Und Schokoladenosterhasen. Find ich nett. Ich: Müssen wir die Geschenke jetzt suchen? Mutter: wenn du willst… Oma: was für Geschenke, ich will doch nichts? Opa: Ich wünsch mir so sehr eine Krawatte. Mutter: Bist du betrunken? Opa: na klar! Tante: Soo, singen wir was? Onkel: Lasst es sich vermeiden? Tante und Mutter: NEIN! Also singen wir. Wir schaffen es ein zweistimmiges Lied zu acht neunstimmig zu singen. Wir singen so lange weiter, bis die Nachbarn gegen die Wand pumpern. Das ist schon Tradition. Danach beginnen sie zu singen und wir pumpern. Erst dann gibt’s Bescherung. Und danach endlich den Verdauungsschnaps. Opa und ich erwarten ihn schon sehnsüchtig. Dieses Jahr trinke ich ihn auf meine Leser. Ich wünsche euch frohe Weihachten. Sucht eure Geschenke, findet Osterhasen, schenkt Krawatten und bringt doch endlich die Punschheferl zurück. Alles Liebe. (rosa)

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