Alltag ist…wenns ausschaut ois wia

1wenns ausschaut ois wia

Alltag ist…wenns ausschaut ois wia.Als ich vor Jahren zum ersten Mal die Idee gebar einen Blog zu schreiben und dieses Vorhaben voller Freude meiner Mutter verkündete hat sie geantwortet: Wie wär’s wenn du zuerst mal dein Zimmer aufräumst?“ Weil: „Da schaut‘s aus ois wia.“ Ich habe ja prinzipiell ein Problem mit der Formulierung ois wia. Ois wia wos? Wenn man schon Vergleichspartikel in seinem Satz benutzt, dann muss man auch Vergleiche anstellen. Ois wia aber alleine am Satzende stehen zu lassen ergibt für den Grammatiknerd nur wenig Sinn. Ich glaube aber sie lässt es da alleine stehen um zu verdeutlichen, dass jeder Vergleich sinnlos wäre, weil‘s eh nirgends so ausschaut, ois wia bei mir im Zimmer. Ich habe aber genau diesen Einwand trotzdem vorgebracht, worauf sie kurz überlegte und sagte: es schaut aus ois wia … wenn eine Bombe eingeschlagen hätte. Ich habe meine Mutter immer schon für den sanften Wechsel von Dialekt zu Hochdeutsch bewundert. Na jedenfalls: Da schauts aus ois wia und du schreibst einen Blog. Richtigstellung dazu: es hat nicht ausgeschaut. Nicht mehr als woanders. Und ich habe auch versucht das meiner Mutter statistisch zu beweisen, indem ich immer eine Stricherlliste mitgeführt habe, wann immer wir nur irgendwo anders eingeladen waren. Wenn die Wohnung ordentlicher als unsere war, was selten vorkam, hat sie zurecht gesagt: „Ich weiß nicht, wie die das macht“ Gemeint war da natürlich immer die Mutter des Hauses. Woher diese Annahme kam, das muss man in den Geschichtsbüchern nachschlagen. Mit dem Nachsatz allerdings: „Die hot sicher a Putzfrau.“ Verantwortung abgewälzt. Wenn die Wohnung gleich ordentlich wie unsere war hat sie gesagt: „Naja zumindest so hätt ich‘s gern.“ Mama, so haben wir‘s. „Na, bei uns schaut‘s schon mehr aus.“ Mehr ois wia wo Mama? Böse Blicke. Und wenn wir tatsächlich eine unordentliche Wohnung betraten hat sie das stets mit dem Argument abgetan: „Na guad, aber des is ja wirklich ned normal.“ Und irgendwann habe ich‘s dann auch akzeptiert und sagte schon wie von selbst wenn sich jemand bei uns ankündigte: Kannst gern kommen. Aber weißt eh, bei uns schaut‘s aus. Manchmal auch ois wia. (rosa)

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